Nach einer längeren Pause wird in der Werkstatt wieder geshapt. Neue Bretter sind in Arbeit, die Motivation ist zurück und mit ihr ein Raum, von dem ich lange geträumt habe: ein kleiner Shape-Raum, der nur für eine einzige Sache da ist.
Warum es wieder losgeht
Die Pause hatte einen Grund: Ich habe Wingfoilen gelernt. Richtig warm geworden bin ich damit aber nicht. Stattdessen ist die Lust aufs Kitesurfen und Windsurfen zurückgekommen und damit die Lust, mir dafür wieder eigene Bretter zu bauen.
Dazu kommt neues Werkzeug. Mit dem 3D-Drucker und der CNC-Fräse, die neu in der Werkstatt steht, sind Dinge möglich, die vorher nur mit sehr viel Handarbeit gingen: Kerne drucken, Teile präzise fräsen, Ideen schneller ausprobieren. Genau das motiviert gerade enorm.
Ein Raum, der nur eine Aufgabe hat
Wer schon mal im Keller, in der Garage oder im Wohnzimmer ein Brett geschliffen hat, kennt das Problem: Der Staub landet überall, ständig steht etwas im Weg, und das Licht ist entweder zu flach oder zu grell. Der Shape-Raum ist das Gegenteil davon. Schmal, lang, petrolfarben gestrichen, OSB auf dem Boden. Außer den Arbeitsböcken in der Mitte steht hier nichts. Kein Regal voller Kram, kein Tisch, keine Ablage, die zustaubt. Hier darf man richtig Dreck machen.

Licht von der Seite
Das Wichtigste in einem Shape-Raum ist das Licht. Links und rechts hängt je eine Leuchtstoffröhre ungefähr auf Höhe des Bretts. Das flache Seitenlicht streift über die Oberfläche und macht jede Delle, jede Welle und jeden Absatz im Rail sichtbar, den man bei Licht von oben nie sehen würde. Wer so ein Brett einmal im Seitenlicht gesehen hat, will nie wieder anders shapen.
Absaugung von der Decke
Der zweite große Unterschied: Die Absaugung kommt direkt von oben. Der Schlauch hängt an einem Ausleger unter der Decke, der Schleifer hängt daran und ist sofort griffbereit. Kein Kabel und kein Schlauch, über den man stolpert, wenn man um das Brett herumgeht. Holzstaub ist kein Spaß für die Lunge – hier bleibt er, wo er hingehört.
Mein Lieblingsteil steht in der Ecke: ein Zyklonabscheider auf einer Blechtonne. Er sitzt zwischen Schlauch und Sauger und schleudert den Staub aus der Luft, bevor er den Sauger erreicht. Alles landet einfach in der Tonne. Ich muss nicht ständig neue Staubsaugerbeutel kaufen – das spart Geld und reduziert den Müll.
Was gerade auf den Böcken liegt
Auf den Böcken liegt ein Brett mit frisch furnierten Decks, an der Stirnwand lehnen weitere Holzbretter in verschiedenen Bauphasen. Auf den Wandborden liegen Finnen aus Holz und ein paar kleine Handplanes. Mehr zu den neuen Kite- und Windsurfbrettern gibt es hier im Blog, sobald sie fertig sind.

Zu den Ateliertagen offen
Bei den Kieler Ateliertagen am 26. und 27. September 2026, jeweils 11–18 Uhr, ist auch der Shape-Raum für Besucher offen. Komm vorbei ins Waitz-Kollektiv am Knooper Weg 149, schau dir die Bretter im Bau an und wie das Seitenlicht eine Oberfläche verändert. Fragen zu Shape, Holz und Werkzeug sind ausdrücklich erwünscht.
